Soziokratie bei den phoenix Wohngemeinschaften

Organisations- und Zusammen­arbeits­kultur

Bei den phoenix Wohngemeinschaften ist die Soziokratie ein wichtiger Bestandteil unserer Organisations- und Zusammenarbeitskultur. Sie schafft Strukturen, in denen Mitarbeitende Verantwortung übernehmen, ihre Erfahrungen und Fachkompetenzen einbringen und gemeinsam an der Weiterentwicklung der Wohngemeinschaften arbeiten können.

Die Grundhaltung der Soziokratie passt dabei zu unserem pädagogischen Verständnis: Mitsprache, Beteiligung, Eigenverantwortung und gegenseitige Wertschätzung sollen nicht nur im Alltag mit den Jugendlichen, sondern auch innerhalb unserer Organisation gelebt werden.

Entscheidungen werden dort, wo es sinnvoll und möglich ist, gemeinsam vorbereitet und im jeweiligen Kreis getroffen. Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen werden bewusst einbezogen. Dadurch entsteht eine Kultur, in der Verantwortung geteilt, Entscheidungen gemeinsam getragen und Entwicklungen aktiv mitgestaltet werden.

Für die phoenix Wohngemeinschaften bedeutet Soziokratie deshalb mehr als eine Organisationsform: Sie ist ein Weg, wie wir Zusammenarbeit gestalten, Verantwortung verteilen und unsere Organisation gemeinsam weiterentwickeln

 

Was bedeutet Soziokratie

Die Soziokratische Kreisorganisationsmethode (SKM) als Weg zu konstruktiver und produktiver Mitsprache und Beteiligung.

Die SKM wurde in Holland von Gerard Endenburg entwickelt und ist ein konkretes Organisationsmodell, das in Unternehmen, Gemeinschaftsprojekten und politischen Gruppierungen weltweit und seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet wird.

Wirklich Verantwortung übernehmen und initiativ werden, sind wesentliche Faktoren für die nachhaltige Entwicklung einer Organisation. Es benötigt das Einbringen aller Beteiligten mit ihrem gesamten Kreativpotenzial, um beständige Beschlüsse zu fassen.

Die Soziokratische Kreisorganisationsmethode wird in der Regel der bestehenden, meist hierarchischen Struktur hinzugefügt. Diese ergänzende Soziokratische Struktur (Kreise) richtet sich nach den gemeinsamen Zielen. Sie dient in erster Linie dem Entscheiden von richtungsgebenden Rahmenbedingungen und Grundsätzen des jeweiligen Kreises. Für die Ausführung der täglichen Arbeit, dem Erledigen von Aufgaben dient die bisherige (meist hierarchische) Struktur.

Ziele und Wirkungen der Soziokratie:

  • Fähigkeiten können produktiv und gleichwertig eingebracht werden
  • In Sitzungen werden entspannter und schneller Entscheide getroffen
  • Entscheide werden verbindlicher mitgetragen
  • Eigenverantwortung und damit Mitverantwortung für die Organisation wird verstärkt
  • Vielfalt und verschiedene Sichtweisen führen in den klar strukturierten Entscheidungsprozessen zu neuen, kreativen Lösungen
  • Sich korrigieren lassen, neue Ideen miteinbeziehen, den eigenen Standpunkt zu Gunsten einer Erweiterung der Sichtweise aller zu relativieren, wird gefördert
  • Die Führungspersonen als Verantwortungstragende werden durch die Verantwortungsübernahme von allen Kreismitgliedern entlastet
  • Transparenz und Vertrauen werden gefördert, da Informationen durch alle Hierarchiestufen fliessen
  • Organisationen und Unternehmen werden dynamisch, lebendig, flexibel und wandelfähig